Erinnerungskultur am Laagberg

Schüler des 13. Jahrgangs der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule präsentiert innovatives Erinnerungsprojekt; 

Am Freitag, den 16. Januar 2026 präsentierte Julian Magnus Krell, Schüler des 13. Jahrgangs der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule, sein von ihm entwickeltes Erinnerungsprojekt „Vergessene Orte, erinnerte Geschichte: Das KZ-Außenlager Laagberg“ den zwei Leistungskursen Geschichte des 13. Jahrgangs im Beisein von Lehrkräften, Schulleitungsmitgliedern sowie Aleksandar Nedelkovski vom IZS. 

Das Projekt entstand im Rahmen einer Besonderen Lernleistung und verfolgt einen innovativen didaktischen Ansatz: Kurze, klar strukturierte Informationsangebote, digitale Stationen auf dem historischen Gelände, exemplarische biografische Erzählungen sowie interaktive Elemente sollen Jugendliche nicht nur informieren, sondern zum Nachdenken und zum eigenen Handeln anregen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler ab dem 9. Jahrgang eine intensive Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der Wolfsburger Stadtgeschichte zu ermöglichen. Das digitale Angebot, das den Jugendlichen auf einem Padlet zur Verfügung gestellt wird, eröffnet ihnen einen Zugang zum historischen Ort des KZ-Außenlagers Laagberg und verbindet historische Bildung mit zeitgemäßen digitalen Lernformen. Es ist in fünf Module gegliedert:


1. Historisches Wissen: In diesem Modul erwerben Jugendliche Kenntnisse über die Struktur des nationalsozialistischen Lagersystems. Sie erhalten unter anderem einen Überblick über die Funktion des Außenlagers Laagberg während der NS-Zeit und ordnen es in den größeren historischen Kontext ein.
2. Biografische Zugänge: Biografien von exemplarisch ausgewählten Personen stehen für unterschiedliche Gruppen von Betroffenen oder Beteiligten der NS-Zeit. Sie ermöglichen einen individuellen Zugang zu den historischen Ereignissen und veranschaulichen, wie unterschiedlich Menschen von der nationalsozialistischen Herrschaft betroffen waren und welche Spuren diese Zeit bis heute bei ihnen hinterlassen hat.
3. Geschichte des Ortes von 1945 bis heute: Dieses Modul widmet sich der Frage, wie der Ort des ehemaligen KZ-Außenlagers seit 1945 genutzt und verändert wurde. Zugleich wird thematisiert, in welcher Form heute an das Außenlager erinnert wird und welche Bedeutung der Gedenkkultur zukommt.
4. Wolfsburg: Stadt mit NS-Wurzeln: Anhand historischer Karten der Wolfsburger Lager für ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge im heutigen Stadtgebiet sowie der Erinnerungsstätten im Stadtbild setzen sich die Jugendlichen in diesem Modul mit der Frage auseinander, wie tief die Entwicklung Wolfsburgs in der NS-Zeit verwurzelt ist.
5. Kreativformat: Wir erinnern: Das Modul bietet Raum für eine selbstständige und kreative Auseinandersetzung mit der Frage der Erinnerung. Schülerinnen und Schüler entwickeln eigene Formen des Gedenkens und reflektieren ihre Verantwortung im Umgang mit Geschichte.


Im Rahmen der Präsentation bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler des 13. Jahrgangs die Module des Padlets und evaluierten sie. Die Rückmeldungen fielen durchweg positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden die klare Struktur, die anschaulichen biografischen Zugänge sowie die interaktiven Elemente.
Angedacht ist nun, dass künftig weitere Schulklassen ab dem 9. Jahrgang die Module im Gesellschaftslehre- bzw. Geschichtsunterricht nutzen. Damit könnte das Padlet langfristig zu einem festen Bestandteil der schulischen Erinnerungsarbeit werden.

Mit seinem Projekt zeigt Julian Magnus Krell eindrucksvoll, wie digitale Medien dazu beitragen können, historische Verantwortung lebendig zu vermitteln – nicht abstrakt, sondern konkret am Ort der Geschichte.