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„Der Attentäter“ – Lesung in der Bibliothek zum Thema Judenverfolgung in der NS-Zeit

Der Autor Dr. Lutz van Dijk besuchte bei seiner Lesereise unter anderem auch Schulen, um den Jugendlichen sein neu aufgelegtes Buch „Der Attentäter“ – und damit auch die Geschichte eines jungen Mannes – vorzustellen. In der Bibliothek der Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule (IGS) war er schon öfter zu Gast. Er schreibt über die Themen Südafrika, Aids, Judenverfolgung und Nationalsozialismus. Lutz van Dijk war in Berlin Lehrer, arbeitete in Amsterdam im Anne Frank Haus und leitet in Südafrika ein Waisenhaus für die Organisation HOKISA, welche er mit gründete. In seiner Lesung am 22.10. schlug er einen großen Bogen. Er begann locker, fragte die Hörer, welche Sprachen sie sprechen, scherzte mit ihnen, obwohl das eigentliche Thema sehr ernst ist. Dann ging er zu seinem Buch über, brachte das Dritte Reich und dessen Zeit näher. Erst jetzt stellte er Herschel Grynszpan vor, der 1921 als Sohn jüdischer Polen in Hannover geboren wurde. Lutz van Dijk schilderte diese Zusammenhänge sehr lebendig, mitreißend und gut verständlich für die Schülerinnen und Schüler. Es nahmen Teil 3 Kerngruppen der 8. und 9. Jahrgänge und die Gruppe, mit der Herrn Merinero Auschwitz besuchte. Die Lesungen wurde in Kooperation mit dem Bödecker- Kreis e.V. veranstaltet und vom Förderverein gesponsert.

Zum Inhalt des Buches: Die NSDAP kommt an die Macht, und die Diskriminierung, Ausgrenzung und Bedrohung gegenüber Juden nimmt zu. Da Herschel eher einen schnell aufbrausenden Charakter hatte, und nicht wie andere „einfach schweigen“ wollte, versucht er, sich zu wehren. Er hält es in Deutschland nicht mehr aus. Seine Hoffnung liegen in seinen beiden Onkeln, der eine in Brüssel oder der andere in Paris wohnhaft. Ohne Aufenthaltsgenehmigung und ohne Französischkenntnisse schlägt er sich nach Paris und zu seinem Onkel Abraham durch. Seine Frau und er haben selbst keine Kinder – und freuen sich über Herschel. Sie entscheiden, eine Aufenthaltsgenehmigung für den Jugendlichen zu beantragen. Dann kommt das grauenhaft Erwachen: eine Karte seiner Schwester beschreibt, wie sie und Herschels restliche Familie gezwungen wurden, Deutschland zu verlassen. Mit tausenden anderen Juden wurden sie an die Grenze deportiert. Herschel beschließt nun, zu handeln. Am nächsten Tag sucht er ein Waffengeschäft auf, dessen Besitzer mit seinem Onkel befreundet ist. Herschel gaukelt ihm vor, eine Pistole für seinen Onkel kaufen zu wollen. Daraufhin macht sich Herschel zur deutschen Botschaft auf und erklärt dem Pförtner der Botschaft, geheime Unterlagen für Botschafter zu besitzen. Er trifft den deutschen Diplomaten, Ernst vom Rath in der Botschaft an. Fünf Schüsse tönen, Herschels Waffe liegt auf dem Boden. Er wird festgenommen und kommt in ein Gefängnis. Der Verwundete stirbt an seinen Verletzungen. Das Ereignis erregt große Aufmerksamkeit in der gesamten Welt. Die NSDAP ruft in Deutschland zur Rache auf: dass für eine Nacht es erlaubt sei, Gewalt gegen jegliche Juden auszuüben, ihr Eigentum zu zerstören und Synagogen anzuzünden. Die Reichspogromnacht fand am 9.11.1938 statt.

Text/Foto: S. Schwieger, Bibliothek