Skulptur von Gerd Winner zurück in der HNG – restauriert an einem neuen Platz
11. November 2020
„Let it bee“ – Teil 2
15. November 2020

„Let it bee“ – Spatenstich für Bienenweide

Aus dem Kollegium kam im Herbst 2018 die Idee auf, eine Schulbienenaktion zu beginnen. Rasch wurde klar, dass es eine Reihe interessierter Kolleg*innen gab, die sich dafür interessierten. Denn die Biene als Bestäuber ist ein bedrohtes aber unersetzliches Bindeglied in unserem sensiblen Ökosystem. Fehlt sie, so hat das durchschlagende Folgen für unser aller Ernährung. Somit eignet sich die Honigbiene als Lerngegenstand hervorragend, um sich ganzheitlich und fächerübergreifend mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen.

Es wurde das Schulbienen-Konzept „Let it bee“ geschrieben, verabschiedet, Sponsoren gefunden und zum Sommer 2019 zogen unsere ersten beiden Bienenvölker in die Schule ein.

Um das Thema Biene in ihrer Vielfältigkeit für schulische Lernprozesse noch besser und vor allem nachhaltig zu entfalten, entschloss sich der Unterstützerkreis, einen Antrag an die Bingo-Umweltstiftung zu stellen und weitere Unterstützung zu organisieren. Es gelang über den Sponsor Herrn Dr. Christian Gerhartl von C.L. GERHARTL Fahrzeugtechnik GmbH den Kontakt zu dem Garten und Landschaftsbauunternehmen Grewe & Jäger in Ehmen herzustellen, die mit ihrer Expertise fortan mit Rat und Tat zur Seite standen. Zusammen mit den Verantwortlichen des Schulträgers Frau Karin Kühn (Geschäftsbereich Grün), Herrn Christoph Andacht (Geschäftsbereich Schule) sowie dem Bodenbiologen Herrn Otto Kalberlah gelang es, die Nutzung einer über Jahrzehnte ungenutzten Brachfläche zu genehmigen und zu projektieren. Der Förderverein der HNG Wolfsburg ist aktiv in die Mischfinanzierung eingebunden und übernimmt in den kommenden Monaten das Setzten eines Zaunes.

Am 13.11. kam es zum ersten Spatenstich. 15 Schüler*innen des 9. Jahrgangs setzten rund 90 sorgfältig ausgewählte Pflanzen unter fachkundiger Anleitung , damit die Bienenwiese durch das gesamte Jahr hinweg von wechselnd blühenden Gehölzen und Obststräuchern eingefasst wird. Die Einsaat der eigentlichen Bienenweide erfolgt dann im Frühjahr, in einer ähnlich schülerbeteiligenden Aktion.

Weitere Infos

Renaturierung einer Brachfläche zu einer nachhaltigen Bienenweide
Im Rahmen der Schulimkerei wird eine Brachfläche, die einst ein Aschesportplatz gewesen ist, durch behutsame Bepflanzung und Einsaat von speziell abgestimmten Samenmischungen als ​Konversionsfläche in bester Form über mehrere Jahre hinweg renaturiert, mit dem Ziel, dort eine über das Jahr hinweg möglichst lange blühende Bienenweide zu erzeugen. Um die gesamten Investitionskosten ausreichend zu schützen, ist es dringend geboten, einen Zaun zu installieren, um den Zugang zum Bienengelände nur befugten Personen der Schulgemeinschaft zu ermöglichen. Dies wird zusammen mit Förderverein und Schulelternrat realisiert.

Die Projektidee
Die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule möchte ihren Schülern und Schülerinnen als Unesco- Projektschule gerne die Honigbiene als besonders wichtiges Insekt, Blütenbestäuber und Honiglieferant näherbringen. Hierfür soll eine Schulimkerei ins Leben gerufen werden, um dieses Thema fächerübergreifend und interdisziplinär bis hin zur Schülerfirma zu bearbeiten. So findet dieser Themenkomplex Eingang in das Schulprogramm und die schulinternen Arbeitspläne der beteiligten Fächer Naturwissenschaften, Gesellschaftslehre, Arbeit-Wirtschaft-Technik. Dieses Thema eignet sich zudem hervorragend dafür, ganzheitlich die Themen der Bildung für nachhaltige Entwicklung aufzugreifen und sie im Rahmen von Projektwochen, Schulfesten, Schulaustauschprogrammen einzubringen.

Begründung für das Projekt
Da die Honigbiene nicht mehr explizit im Lehrplan ausgewiesen ist, die Bedeutung des Insekts für Natur und Umwelt sowie die Arbeit des Imkers aber einen sehr hohen Stellenwert für unsere Gesellschaft einnimmt, sollen den Schüler*innen über eine Arbeitsgemeinschaft an den interdisziplinären Aufgaben rund um die Bienenhaltung arbeiten.

Ziele
Mit der Schulimkerei, und gleichzeitigen Gründung einer Schülerfirma, sollen Schüler und Schülerinnen aller Altersklassen in einer AG die Arbeit des Imkers, die Bedeutung der Honigbienen, und die Aufgaben in einer Schülerfirma näher gebracht werden. So lernen Schüler*innen praktisch die wirtschaftlichen Zusammenhänge kennen, knüpfen Kontakte zu lokalen Vermarktungs-„Profis“ und entwickeln selbstständig weitere Produktideen rund um die Honig- und Wachsherstellung.

Maßnahmenplanung
Die Arbeitsgemeinschaft soll ab 2021 im wöchentlichen Rhythmus angeboten werden. Geplant ist, dass immer drei Schüler und Schülerinnen ein Bienenvolk betreuen, sodass bei 8 Völkern bis zu 24 Schüler in der AG teilnehmen können. Durch unterschiedliche Aufgaben ist es möglich, Schüler*innen jeden Jahrgangs zu integrieren.

Nachhaltigkeit
Die Schulimkerei soll als fester Bestandteil in das Schulkonzept integriert werden, sodass die Schulimkerei über den Projektzeitraum hinaus auf jeden Fall weitergeführt wird. Durch die Ernte und den anschließenden Verkauf des schuleigenen Honigs ist auch eine Kostendeckung weiterer Anschaffungen in den Folgejahren gewährleistet. Die fachliche Leitung übernehmen die beiden erfahrenen Imker Susanne Farnbacher und Claudius Meyer, sowie die Biologielehrer*innen Kathleen Westphal und Tobias Pahl.

Text: Arne Sewing, Fotos: Jakob Froberg